Mein Werdegang
Nach dem Wehrdienst habe ich in Köln Germanistik, Philosophie und Mathematik studiert. Bis heute bin ich in der Stadt des rheinischen Humors geblieben.
Nach Staatsexamen und Promotion zog es mich aber nicht an die Schule, da die digitale Welt der Bits und Bytes mich in ihren Bann gezogen hatte.
Also wurde ich Programmierer. Seitdem lebe ich zweigleisig zwischen meinen beiden Ichs, der Naturwissenschaft und der Literatur.
Zeichnung von Ulrich Fleischhauer, © 1987
Meine Lebenslehre ist:
Wer eine große Wahrheit ausspricht, riskiert, dass er einseitig wird.
Wie heißt es doch im Zen-Buddhismus? "Das Gegenteil einer großen Wahrheit ist auch wahr."
Wir stehen immer wieder vor Gegensätzen, die sich nicht ausschließen, sondern ergänzen.
So lehrt es uns die moderne Physik, seitdem sie erkannt hat, dass die Natur des Lichts als Welle und als Teilchen beschrieben werden muss. Beides schließt einander aus und bedingt sich dennoch gegenseitig.
Man kann es auch als Paradox formulieren: Es schließt sich aus, kann aber nicht ausgeschlossen werden.
Cartoon von Ulrich Fleischhauer © 1974
Der Philosoph und der Detektiv haben es mit der Aufklärung zu tun.
Im Roman sagt jemand:
„Wir alle nähren uns vom Versprechen der Aufklärung, die Kontrolle über das Geschehen zu haben. Doch die Herrschaft des wahrhaft Unergründlichen ist bitter und verdirbt uns den Geschmack. Wir bauen künstliche Augen, die uns bis an den Anfang von Raum und Zeit blicken lassen. Wir können den Urknall und die unsichtbaren kleinsten Bausteine der Natur «sehen», Röntgenstrahlen durchdringen das Innere unserer Körper. Aber schon kurz unter der Oberfläche der verbergenden Haut bleibt es dunkel, wenn wir den Geist und die Seele suchen."
Das ist für mich eine Wahrheit.
Cartoon von Ulrich Fleischhauer © 1974