Titelbild, Logo  und Covergestaltung von Ulrich Fleischhauer, © 2019



Ulrich Fleischhauer studierte Germanistik, Philosophie und Malerei. Er lebt als Cartoonzeichner, Maler und Computergrafiker  in Weimar.










Der Roman enthält unter anderem Bilder von Ulrich Fleischhauer 


Rechts eine Illustration zu einer Textstelle, in der Professor Lengden über "Den guten Menschen von Sezuan" spricht, ein Drama von Berthold Brecht aus den Jahren 1938 bis 1940. Drei Götter auf einer rosa Wolke haben der Prostituierten Shen Te befohlen, gut zu sein und nur Gutes zu tun. Der Befehl zerreißt sie in zwei Hälften und spaltet sie in zwei Personen, da sie nur Gutes tun kann auf dem Umweg, dass ihr Doppelgänger Böses tut.

Frau Dr. von Übedingen klagt im Roman: "Auch wir müssen Umwege gehen und auf krummen Pfaden wandeln, um an ein gerechtes Ziel zu gelangen." 


Ulrich Fleischhauer, © 2019.

Jekyll und Hyde


"Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" von Robert Louis Stevenson (1850-1894) aus dem Jahr 1886 ist laut Wikipedia "eine der berühmtesten Ausformungen des Doppelgängermotivs in der Weltliteratur". Der Roman wurde von der Novelle inspiriert.

Das Doppelgänger-Motiv spielt im seltsamen Fall Lengden bei zwei Personen eine entscheidende Rolle: Bei Professor Lengden und einer geheimnisvollen Frau namens "Laura X".

Das Foto links zeigt Richard Mansfield in seiner Doppelrolle als Jekyll und Hyde in der Bühnenfassung von Thomas Russel Sullivan, die bereits 1887 uraufgeführt wurde.



Foto von Henry Van der Weyde, 1895.
Siehe Wikipedia, File:Jekyll-mansfield.jpg, gemeinfrei.
Quelle der Fotographie: www.photography-museum.com/jekyll.html. 


Das Märchen vom Sterntaler


Der Roman erzählt das Märchen vom Sterntaler in abgewandelter Form (hier leicht gekürzt):

«Ein Waisenkind, das nichts hatte als ein Hemd und ein Stück Brot, ging in die Welt hinaus. Unterwegs gab es sein Brot her, und bald war es auch sein Hemd los. Da war es nackicht. Und da fielen die silbernen Sternlein vom Nachthimmel, und waren Silbertaler, und die reichen Taler erschraken vor dem armen Kind, und sie zögerten, und dann machten sie einen großen Bogen und fielen wieder zurück. Und eines von den Talerlein sagte zur Wolke: "Wie denn auch soll ein Nackichtes unsereins ohne sein Hemdchen davontragen und nutzbringend mehren?"» 


Zeichnung von Ulrich Fleischhauer, © 2019 


Leseprobe: Die Sofarichter 

«Für die Berichterstattung über den Prozess Lengden  hat  der Sender „Ihr Drittes“ eigens den Gerichtssaal nachgebaut. Heute sitzen auf der Ankla-gebank, am Zeugentisch und auf dem Richterstuhl Preisträger*innen der Sendung „Landfrauen kochen besser als Bocuse“. Inmitten des Saals lenkt die Moderatorin die Show von einem Sofa aus. Der höchst erfolgreiche TV-Hit wird täglich im Journal für die Frau als „Die Sofarichter“ ausgestrahlt.»

So sollte es weitergehen (wurde aber quasi von der Zensur gestrichen):
«Das Sofa hat manch eigentümliche Wandlung erlebt. Ähnliche Möbel sind die Ottomane, die Chaiselongue und die Récamière, lat. triclinium. Schon die Griechen und Römer nahmen auf ihm Platz zum geistreichen Dialog. Zwischenzeitlich dem Adel als Luxusmöbel vorbehalten, wurde es im 19. Jahrhundert zur Ohnmachts­couch, als die Mode von den Damen eine enge Schnürung verlangte. Lange bevor die Magersucht zur Verfügung stand. Da aber das Korsett auch Atmung und Blutfluss einschnürte, drohte nicht selten eine Ohnmacht. Eine erhöhte Lehne ermöglichte es den Damen, liegend wieder zu sich zu kommen. Noch wunderlicher ist die Transformation des Holzmöbels Kanapee in ein Lebensmittel und Appetithäppchen namens Canapé. Dann entdeckte Sigmund Freud seine Eignung als Erwachens-couch, bevor die Talkshow sich seines ursprünglichen Wesens besann und dieses wiederherstellte.
Wer heute im TV auf dem magischen Sofa Platz nimmt, zaubert aus dem Nichtswürdigsten wieder Geistreichstes und Blitzgescheites hervor.

Loriot hat diese glückliche Fügung in seinen Lehrstunden über das Feuilleton auf ihm sitzend verherrlicht.» 

Bildnachweis der Bilder zum Thema Sofa:

Oberes Bild:                                                  File:Paolina Borghese (Canova).jpg, Autor: Architas
 Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license
Mittleres Bild:                                                             Zeichnung von Ulrich Fleischhauer, © 2019
Unteres Bild:                   File: Bremen, Loriotplatz, Parkbank mit Sitzfigur nach Loriot (2).jpg
Autor: Karl432
Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license