Der seltsame Fall Lengden

oder die Schwierigkeit, Wirklichkeit aufzuklären

Eine Tragigroteske in Form eines (Kriminal)Romans


Hardcover, 272 Seiten, 15 Kapitel, Titelbild siehe rechts
mit Bildern, Inhaltsverzeichnis, Personenverzeichnis, Quellennachweis der Abbildungen und Zitate
Titelbild rechts und Logo rechts unten von Ulrich Fleischhauer, © 2019 

13,50 €


Es folgen Texte zur Einstimmung:

- Was auf der Rückseite des Buches steht
- Warum nenne ich es "(Kriminal)Roman")?
- Warum habe ich politische und psychopatholo-
   gische Aspekte vermischt?
- 2 Kurze Leseproben


Wollen Sie 16 Seiten zur Probe lesen?

Was auf der Rückseite des Buches steht

«Der Fall Lengden ist eine Tragigroteske.
Es ist eine kleine Stadt mit einem hoffnungslos unterbesetzten Polizeirevier, aber es geschehen große Dinge. Wie ist es möglich, dass eine Verschwörung um Maria Stuart aus dem Jahr 1587 aktiv in das Leben von Professor Lengden eingreift? Wieso verstört ihn die Ermordung seiner Ehefrau Laura Maria auf so seltsame Weise?
Als man seine Frau ein zweites Mal tot auffindet, ist bereits unübersehbar, dass honorige Bürger ein Doppelleben führen: Zwei ehrenwerte Damen der Gesellschaft stehen im Verdacht, aus dem unterirdischen Bunker der Oberstadt heraus linken Terror zu verbreiten, eine miese Klatschreporterin geht in den Untergrund, Professor Lengden hat nur eine Angst, dass sein dunkles Geheimnis aufgedeckt wird.
Und er ist nicht der einzige, der seine Identität im Verlauf der Geschichte ändert.
Oberstaatsanwalt Steven aber weigert sich, das andere Leben Lengdens zur Kenntnis zu nehmen, seine Karriere ist ihm wichtiger als die Wahrheit. Unlösbare Widersprüche behindern die Aufklärung. Besonders folgenreich ist, dass der BND alle Mittel rechtens sind, die offenbar ausgebrochene linke Verschwörung zu bekämpfen.
Der Seltsame Fall bietet spannende Unterhaltung und mischt Tragisches und Groteskes mit einer ernsten Botschaft: „Der Andere in Dir ist lebendiger als Du denkst.“» 
 


  

Warum nenne ich es "(Kriminal)Roman"?

Ich wende mich an Leser, die sich mit einem reinen Kriminalfall und seiner leichtfüßigen Aufklärung nicht unbedingt zufriedengeben. Hinter unserem Mordfall und dem Krimi kommen unerwünschte dunkle Seiten zum Vorschein und eine unerklärbare Wirklichkeit.
Und ich setze auf Leser, die einen Ausflug in die Geschichte nicht scheuen. Wie schon gesagt, spielen zum Beispiel die Königinnen von Schottland und England, Maria Stuart und Elizabeth I., eine wichtige Rolle. Es ist von Verschwörungen und von den 1968er Jahren die Rede und von der RAF. Shakespeares Hamlet erhält eine Nebenrolle sowie Thomas Mann und Berthold Brecht.

Wie aber können derart unvereinbare Aspekte an einem einzigen Fall beteiligt sein? Nun, das möchte ich doch lieber nicht vorwegnehmen. Die Ermittler im Fall Lengden jedenfalls müssen sich damit herumschlagen. Die Polizei, ein Privatdetektiv und eine investigative Journalistin  - und am Ende auch noch der BND -  kommen zu sehr sehr unterschiedlichen Ansichten und Einsichten.

Nur so viel sei verraten: Die Mischung aus politischen und seelischen Widersprüchen hinter der bürgerlichen Fassade von Ludger Lengden und seiner Frau Laura Maria bringt die Ermittler an die Grenzen ihrer Möglichkeiten und führt zwangsläufig zu komischen und
grotesken Szenen.

Die tragischen Züge zeigen sich ebendort, nämlich tief vergraben in der Seele des Professors, in der seiner Ehefrau und im Inneren fast aller Figuren.
  


Warum habe ich politische und psycho-pathologische
Aspekte vermischt?

Hier verrate ich doch Einzelheiten aus dem Fall. Wer sich die Spannung bewahren möchte, sollte weiterblättern.
Professor Lengden leidet unter der dissoziativen Persönlichkeitsspaltung. Wie sich so etwas auswirkt, wird ausführlich im Roman erzählt. Ich habe mich dabei inspirieren lassen von dem „Seltsamen Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ aus 1886, einer der aufregendsten Novellen der Weltliteratur. (Siehe dazu auch die Galerie.)

Seine Frau Laura Maria dagegen war an den politischen Revolten der Jahre 1967 und 1968 beteiligt und wurde später Mitglied in der Terrororganisation RAF. Schließlich hat sie versucht, an der Seite von Ludger Lengden ein bürgerliches Leben zu führen.

Geht so etwas? Wie leben zwei so geartete Menschen mit- und nebeneinander? Was geht in Ihnen vor?

Es wäre nun ganz falsch anzunehmen, dass ich den Gespaltenen und die politische Verschwörerin als dämonische Monster vorführen wollte, obwohl ihre Mitmenschen sie so sehen. Ganz im Gegenteil. Ich möchte vielmehr zeigen, dass die extreme Spaltung in mehrere Personen und die weniger augenfällige Spaltung des Verschwörers in Attentäter und ehrenwerten Bürger nahe beieinander liegen. Professor Lengden, seine Frau und Frau Dr. von Überdingen sind die drei Hauptfiguren, die uns das vorführen.

Ich wünsche mir, dass der Leser etwas von der tiefen menschlichen Betroffenheit empfindet, die diese drei Schicksale auslösen.



Leseprobe: spannend (etwas geändert)

Zur Situation: Die Lokalreporterin Wilma Whow  ist entführt worden. Chefinspektor Walter What berichtet seinem Chef, Oberstaatsanwalt Steven. Das Revier ist hoffnungslos unter-besetzt.

«Erst einmal muss What die nächste Schelte kassieren: „Zwei Mann bilden eine Wache! Dann wär das nicht passiert !“ – „Yes, Sir! Das wusste ich nicht. Und wenn man die 2 nicht hat?“

Sein Handy rettet ihn und liefert die zweite Überraschung an diesem Tag: „Du hast die Whow? Man, häng dich dran! Gut gemacht!“ – „Wer war das denn?“ – „Der Geiger, Zivilstreife in Soho. Mensch, endlich haben wir was: Sie hat einen schweren Koffer hinter sich hergezogen.“ 
„Was ist bitte Soho?“
„So nennen sie das Verbrecherviertel in der Landeshauptstadt.“

„Er soll sie vorläufig festnehmen!“ What protestiert heftig: „Es liegt doch nichts gegen sie vor! Es gab einen Anruf der Entführer, dann nix mehr. Und plötzlich spaziert sie frei durch Soho? Wer waren die? Was ist in dem Koffer? Soll er sie lieber beschatten.“

Schon wieder das Handy, What schaltet es laut: „Sie ist mir wieder entwischt!!! Sie ging in ein Zimmer im "Scharfen Pony" und schloss ab. Bis ich‘s auf hatte, war sie zum Fenster raus.
Die Götter geben’s, die Götter nehmen’s.“

Steven unterdrückt einen Wutanfall. „Da haben Sie‘s! Jetzt ist der Koffer weg!“ Er greift zum Hörer. Nach wenigen Worten lacht Staatsanwalt Wirth, Kollege in der Hauptstadt, lauthals: „Mensch Steven, für den Killefit genehmige ich doch keine Razzia.“ – „Und eine Durchsuchung?“ – „Gehen Sie doch zu Ihrem Richter!“
„Sagen wir, Gefahr im Verzug?“ – „Meinetwegen, ich schicke Geiger noch einen Mann. Sie kriegen einen Bericht. Wiedersehn.“

Dann platzt die dritte Bombe an diesem Tag. Sally stürmt rein: „Der Professor hat in der Uni einen zusammengeschlagen!“ Und wie in einem schlechten Roman geht das Handy zum dritten Mal: „Ich hatte vor der Absteige Posten bezogen. Da kommt sie tatsächlich zurück, hat den Koffer wohl weggeschafft und schleicht sich in das Zimmer.“ Ein geübter Griff, ein Schrei und ein Klick, ein Armband schließt sich: „Sie sind vorläufig festgenommen!“»



Leseprobe: hintergründig (etwas geändert)

«Ein ungebetener Gast klopft an

«Professor Lengden verbrachte die erste unruhige Nacht. Das Geschehen hatte begonnen, sich ohne sein Zutun und unerwünscht in ihm zu verarbeiten. Unser Wille gebietet womöglich den Elektronen und Protonen auf ihrer Bahn in den Teilchenbeschleunigern, nicht aber den Neuronen im Gehirn.

Beim Frühstück am Morgen klopfte jemand an. Lengden öffnete, ein Gast bat den Türhüter um Einlass. Der erste Eindruck: ‚Missgestaltet, unangenehme Augen, unpassend gekleidet, seltsame Kreatur. Aber irgendwie …‘

„Was wünschen Sie? Erwarten Sie keine Almosen!“ – „Seltsam, dass ich Dich antreffe. Sonst gelingt das nicht. Ich begehre Einlass! Wie immer.“ Auch die Stimme ist unzukömmlich.

„Das sagten Sie schon. Gehen Sie, Sie sind ungebeten, ich dulde Sie nicht.“ – „Aber ich bin es doch, Ludger!“ – „Mit Verlaub?“ –„Ich bin Dir unbekannt? Du erinnerst Dich nicht?“

„NEIN. Gehen Sie.“ Der Gast schiebt seinen Fuß zwischen Tür und Rahmen und wendet sich an einen unsichtbaren Begleiter: „Das ist Ludger! Kein guter Gastgeber! Er duldet uns nicht, denn wie alles Ungebetene sind wir aus der verbotenen Zone! Aber er kriegt uns nicht weg.“ 
Überaus gewandt gleitet er am Türhüter vorbei, die Dreistigkeit schaltet die Gegenwehr aus. „Denk nicht an Polizei, Freund. Die kommt nicht ran an uns. Eine Bedrohung? Bin ich nicht.
 Ein Fremder? Bin ich und bin ich nicht.“

„Sie sind eine abartige und hässliche Kreatur aus einer miesen Geschichte! Sagen Sie mir augenblicklich, wer Sie …“ – „Ach Ludger, wenn Du Dir meiner nicht bewusst bist, was ist dann ein Name? Manche heißen mich Elias, den Propheten. Sie warten auf mich! Anderen bin ich Elias, der Teufel und Hinkefuß.  Man will mich nicht.“

Der Gastgeber donnert ihn an: „Ich kenne Dich nicht, Du bist irre!“
„Du wartest auf mich!“ Sie kommen an der Flurgarderobe vorbei. Ein flinker Griff in die Tasche des Mantels, er fasst die Pistole, entsichert mit sicherem Griff und richtet sie gegen den Gast. Der kichert krächzend und entwendet die Waffe mit einer Bewegung, die ohne Dauer ist. Ludger wird jetzt doch recht bange.

„Gut. Willst Du mich nicht, muss ich bleiben. Gibst Du mir Einlass, gehe ich. Aber des sei Dir gewiss: Ich komme wieder!  Ach ja, hier, die Waffe. Wofür soll die gut sein?“

Und ab durch die Tür, die noch offenstand. In der Ferne ertönte wieder das Kichern: „Elias ungebeten, das ist der neue Name! Willst Du ihn Dir jetzt merken? Fürs nächste Mal!“»